Das Team
Tarkan
Helmut hat ein Händchen dafür, die Themen vorzuschlagen, die mich ohnehin beschäftigen: von der Idee inpraximas zur Anwendung theoretischer Studieninhalte bis hin zur Möglichkeit, sich eingehender mit der Kausalität logischer Implikation zu beschäftigen. Dafür steht für mich mittlerweile inpraxima - die Verbindung von vorhandenem Wissen, momentaner Interessen und Forschungsperspektiven. Als Mathematikstudent hätte ich niemals gedacht, dass sich mein mathematisches Verständnis so breit nutzen lassen würde, wie es sich bei inpraxima herausgestellt hat. Mir gefällt besonders das dauerhafte Ausprobieren neuer und das Hinterfragen bekannter Perspektiven, insbesondere wenn diese unsere Sicht auf die Welt beeinflussen, ohne dass wir uns ihrer bewusst sind. Entsprechend bin ich gespannt, zu welchen Erkenntnissen wir gemeinsam in unserem Austausch gelangen.
Jenny
Als mir Helmut von seinem neuen Projekt „inpraxima“ erzählte, war ich sofort begeistert von der Gelegenheit. Ich kenne Helmut noch aus meiner Zeit bei der SUBITO AG, wo ich ihm in verschiedenen Ferienjobs und während meines Schülerpraktikums über die Schulter schauen durfte. Wenn ich inpraxima nun in einem Wort beschreiben würde, wäre das definitiv „neugierig.“ Neugierig auf neues Wissen, Perspektiven und Denkweisen. Als Studentin der Cognitive Science interessiere ich mich sehr für die Hintergründe des menschlichen Denkens und der Wahrnehmung, daher kam inpraxima wie gerufen. Es gibt mir die Freiheit, mein Wissen erstmals in die Praxis umzusetzen und meine Interessen voll auszuleben. Da ich mich in meiner Freizeit auch gerne damit beschäftige, zu lesen und zu schreiben, erweitert diese Arbeit andauernd meinen Horizont. In unserer bisherigen Arbeit hat mich besonders die Neurobiologie fasziniert, die hinter dem menschlichen Vertrauen steckt und in diesem Zusammenhang Hormone, die unsere Wahrnehmung und das Empfinden stetig beeinflussen, wie Oxytocin (oder auch das Bindungshormon). Mit jedem Projekt wächst meine Vorfreude darauf, was bei inpraxima noch kommen mag.
Helmut
Sie werden sich vielleicht fragen, wie jemand auf die (Schnaps?)Idee kommt, ein gemeinnütziges Unternehmen zu gründen. Was treibt jemanden, wie mich an, sich in ein solches Abenteuer zu stürzen, wenn er doch stattdessen noch ein paar Jährchen mit der Entwicklung von Software gutes Geld verdienen könnte? Und warum gerade ein privates Forschungs- und Bildungsinstitut und kein Verein zur Rettung des gesunden Menschenverstandes e.V. beispielsweise?
Die Antwort ist recht einfach: Nach etlichen Jahren des Suchens und Ausprobierens habe ich für mich erkannt, dass ich so wirklich etwas bewirken kann. Nichts weltbewegendes, aber etwas, das in meiner eigenen Macht steht. Etwas, bei dem ich jungen Menschen ein wenig von dem zurückgeben kann, was ich in den letzten 40 Jahren lernen durfte, und bei dem ich gleichzeitig selbst noch so viel Neues lernen kann.
Ich habe mich zu einem Leben für Wissenschaft und Bildung entschieden, nicht weil ich die Weisheit mit Löffeln gefressen hätte, sondern weil mir im Gegenteil jeder neue Tag zeigt, wie wenig ich eigentlich weiß. Da ich unglaublich neugierig bin und mich viel zu viele offene Fragen umtreiben, auf die anscheinend niemand eine Antwort sucht, liegt es natürlich nahe, mich selbst - mit möglichst vielen Gleichgesinnten - auf den Weg zu machen, um Antworten zu finden.
Soviel zu meinem Bekenntnis für die Wissenschaft. Doch woher kommt mein Faible für Bildung?
Ich habe viel und lange darüber nachgedacht, warum in der heutigen Zeit gefühlt so viel schiefläuft, obwohl wir gemessen an früheren Zeiten soviel mehr wissen und von den Zusammenhängen verstehen. Und je länger ich einzelne Menschen, Unternehmen und Behörden oder die Gesellschaft beobachte und mir den Kopf darüber zerbreche, warum sie so agieren, wie sie agieren, desto stärker kristallisiert sich für mich heraus, dass ein beängstigender Mangel an Bildung ein gewichtiger Grund sein könnte. Das Problem ist nicht die Ausbildung. Noch nie gab es so viele gut ausgebildete Menschen wie heute. Das Bildungsdefizit, das ich meine, zeigt sich trotz aller Ausbildung – und das ist das Groteske daran – an der immer begrenzteren Fähigkeit, eigene Positionen anzuzweifeln, andere Perspektiven einzunehmen, anders und neu über alles Mögliche und Unmögliche nachzudenken und darüber zu diskutieren.
inpraxima ist genaugenommen – frei nach Einstein – ein Versuch, die Bedingungen zu schaffen, unter denen meine „Schüler“ genau das wieder lernen können.