Forschung

Forschung bei inpraxima dreht sich vor allem um Fragen, die das Zusammenleben und die Zusammenarbeit von Menschen betreffen. Aktuell arbeiten wir beispielsweise an den Fragen, wie Vertrauen entsteht und wie man falsches Vertrauen/Misstrauen vermeiden kann. Ein anderes Thema, an dem wir forschen und an dem wir unsere Arbeitsweise etwas genauer vorstellen wollen, ist das Thema „Bürokratie“. 

Im Fall der Bürokratie hat sich uns das Thema förmlich aufgedrängt. Nicht weil es seit Jahren die Schlagzeilen beherrscht, sondern weil es unser Unternehmen von Anfang an direkt betroffen bzw. getroffen hat. Wenn man die Absicht hat, etwas Gutes zu tun, sich aber – ohne in die Details gehen zu wollen -  erst einmal nur mit Steinen beschäftigen muss, die man von bürokratischen Vorgaben in den Weg gelegt bekommt, kann man sich aufregen und beschweren, oder man fängt an, Fragen zu stellen und Antworten zu suchen. Mit anderen Worten, man fängt an zu forschen.

In unserem Fall heißt dies, wir fangen an zu recherchieren. Wer hat schon etwas über Bürokratie geschrieben? Gibt es wissenschaftliche Artikel, die sich mit Bürokratie beschäftigen? Gleichzeitig setzen wir uns intensiv mit der Literatur auseinander, stets unsere Fragen im Hinterkopf, für die wir nach Antworten suchen. Was genau ist eigentlich Bürokratie? Was würde passieren, wenn es keine gäbe?  Ist Bürokratie eventuell notwendig? Wenn ja, warum ärgert sie uns dann für gewöhnlich? Wieso nimmt sie gefühlt ständig zu, obwohl alle seit Jahren beteuern, sie einschränken zu wollen? Ist Bürokratie ein Phänomen der öffentlichen Verwaltung oder zeigt sie sich auch in der Privatwirtschaft? 


Nachdem sich der erste Nebel gelichtet hat, versuchen wir das Verstandene genauer zu beschreiben. Hierzu nutzen wir unter anderem auch die Sprache der Mathematik. Nicht, weil wir jetzt schon etwas berechnen wollen, sondern, weil uns die Mathematik zwingt, genauer über einen Sachverhalt nachzudenken. So kann man z.B. aus der Perspektive eines „Bürokratieopfers“ anfangen, Bürokratie als Black-Box zu modellieren, denn aus der Sicht einer außenstehende Person ist der Aufbau einer bürokratischen Organisation zunächst irrelevant. Was für sie zählt, sind die (Spiel-) Regeln, an die sie sich halten und die sie kennen muss. 


Bürokratische Institutionen ähneln aus dieser Sicht Softwareprogrammen und so, wie wir uns über fehlerhafte, schlecht bedienbare Computerprogramme ärgern, ziehen maßlose, ineffiziente bürokratische Organisationen unseren Zorn auf sich. So unscheinbar diese Analogie aussehen mag, eröffnet sie doch schlagartig einen Zugang zu zahlreichen Methoden der Mathematik und Informatik, mit denen man nun das Phänomen „Bürokratie“ näher untersuchen kann. Will man beispielsweise Bürokratie abbauen, ist es sicherlich hilfreich zu wissen, an welchen Stellen man ansetzen muss, um eine optimale Lösung zu erzielen. Probleme dieser Art werden in Mathematik - nomen est omen - im Rahmen der Optimierungstheorie behandelt, um nur ein Gebiet der Mathematik zu nennen, das gute Dienste leisten könnte. Hier stehen wir aber noch am Anfang unserer Forschung.


Zusammenfassend kann man sagen, unsere Arbeit besteht aus einem zyklischen, sich überschneidenden Fragen, Recherchieren, Lesen, Nachdenken, Modellieren und Schreiben. Sie gleicht dem Vorgehen in der agilen Softwareentwicklung und führt, wie diese, inkrementell und iterativ zu einem immer tieferen Verständnis, über das wir auf dieser Homepage berichten werden, sobald die Zeit hierfür reif ist. 


Davon abgesehen, hoffen wir, dass dieser kleine Einblick in unsere Arbeit eine Vorstellung davon vermitteln konnte, wie man wissenschaftliche Forschung auch ohne Teilchenbeschleuniger und Teleskop betreiben kann und dass es genügend praktische Probleme gibt, die zu erforschen sich lohnt.